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Verkabelung zwischen den Hauptkomponenten erneuern

· Gordon Genenger

Zwischen Hausanschlusskasten, Zählerschrank und Unterverteilung verlaufen die zentralen Hauptleitungen Ihrer Elektroinstallation. Sie tragen die gesamte Energie, die in Ihrem Gebäude verbraucht wird. Damit diese Versorgung sicher und zukunftsfähig bleibt, werden die Verbindungsleitungen auf den richtigen Querschnitt und auf ein modernes 5-Leiter-System (TN-S) erneuert.

Die Ausgangssituation

In vielen Bestandsgebäuden sind die vorhandenen Hauptleitungen zu gering bemessen, noch vieradrig (TN-C) ausgeführt oder schlicht in die Jahre gekommen. Für die heutige Schutztechnik und die zu erwartenden Leistungen reichen sie häufig nicht mehr aus.

  • Der Leiterquerschnitt ist für die heute übliche Belastung zu klein.
  • Die Leitung ist noch vieradrig (TN-C) – Neutralleiter und Schutzleiter sind nicht getrennt geführt.
  • Das Material ist gealtert und entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik.

Spätestens wenn Photovoltaik, eine Wallbox oder eine Wärmepumpe hinzukommen, stößt eine solche Leitung an ihre Grenzen.

Warum die Hauptleitung genau passen muss

Jede Hauptleitung muss zum vorgeschalteten Schutzorgan passen – also zur Vorsicherung beziehungsweise zum SH-Schalter. Maßgeblich sind dabei drei Größen: der Querschnitt, die Leitungslänge und der zulässige Spannungsfall.

Querschnitt und Erwärmung

Ist der Querschnitt zu klein gewählt, erwärmt sich die Leitung im Betrieb unzulässig stark. Diese Wärme ist nicht nur Energieverlust, sondern ein ernstes Brandrisiko – besonders an Durchführungen und in Wänden.

Spannungsfall

Über jede Leitung fällt ein Teil der Spannung ab. Ist die Leitung zu lang oder zu dünn, kommt am Ende zu wenig Spannung an. Geräte arbeiten dann ineffizient oder nicht mehr zuverlässig.

Das 5-Leiter-System (TN-S)

Die Leitung muss fünfadrig ausgeführt sein, damit Neutralleiter (N) und Schutzleiter (PE) durchgängig getrennt geführt werden. Dieses TN-S-System ist Voraussetzung für eine sichere Schutztechnik und für die Freigabe durch den Netzbetreiber.

Was bei der Erneuerung gemacht wird

Die Verbindungen vom Hausanschlusskasten zum Zählerschrank und vom Zählerschrank zur Unterverteilung werden mit neuem, korrekt bemessenem fünfadrigem Kabel ersetzt. Die Arbeiten umfassen:

  • Festlegung von Querschnitt und Verlegeart nach Vorsicherung, Leitungslänge und zulässigem Spannungsfall.
  • Durchgängige Ausführung als 5-Leiter-System (TN-S) mit getrenntem N und PE.
  • Fachgerechte Brandabschottung an allen Wand- und Deckendurchbrüchen.
  • Saubere Befestigung und eindeutige Beschriftung der neuen Leitungen.

Die geltenden Normen

Die Erneuerung der Hauptleitungen erfolgt nach den anerkannten Regeln der Technik:

  • DIN VDE 0100-430 – Schutz bei Überstrom und Bemessung der Leitungen.
  • DIN VDE 0100-520 – Auswahl und Verlegung von Kabeln und Leitungen.
  • DIN 18015-1 – Bemessung und zulässiger Spannungsfall in Wohngebäuden.
  • VDE-AR-N 4100 – TN-S als Vorgabe für die Hauptstromversorgung.

Ihr Nutzen

Nach der Erneuerung verfügt Ihr Gebäude über eine sichere, normgerechte und ausreichend dimensionierte Versorgung. Sie ist belastbar für die heutige Nutzung und bereits vorbereitet für künftige Erweiterungen wie Photovoltaik, Wallbox oder Wärmepumpe.

Ohne diese Maßnahme

Bleibt eine unterdimensionierte oder gealterte Hauptleitung bestehen, sind die Folgen absehbar:

  • Unzulässige Erwärmung der Leitung im Betrieb.
  • Spannungsverluste und eine unzuverlässige Versorgung.
  • Keine Freigabe durch den Netzbetreiber.
  • Ein dauerhaftes, oft unterschätztes Brandrisiko.