Überspannungsschutz – Kombiableiter Typ 1+2 nachrüsten
Überspannungen durch Blitzeinschläge oder Schalthandlungen im Stromnetz gehören zu den unterschätzten Risiken jeder Hausinstallation. Mit einem kombinierten Überspannungsableiter Typ 1+2 lässt sich dieser Schutz zuverlässig nachrüsten – für Ihre Elektroinstallation, Ihre angeschlossenen Geräte und Ihre Photovoltaik-Anlage.
Der Befund: Es fehlt ein Überspannungsschutz
Ist kein Überspannungsschutz vorhanden, gelangen Überspannungen aus Blitzeinwirkung oder aus Schalthandlungen im Netz ungehindert in die Hausinstallation. Empfindliche Elektronik, Haushaltsgeräte und die PV-Technik sind dann ungeschützt. Bereits eine einzelne Überspannung kann ausreichen, um teure Schäden zu verursachen.
Warum die Nachrüstung heute notwendig ist
Die geltende Normung verlangt für Wohngebäude inzwischen in nahezu allen Fällen einen Überspannungsschutz. Ein Kombiableiter Typ 1+2 ist dabei die sichere Wahl in den folgenden Situationen:
- Das Gebäude verfügt über einen äußeren Blitzschutz.
- Auf dem Dach ist eine Photovoltaik-Anlage installiert.
- Die Einspeisung erfolgt über eine Freileitung.
In diesen Fällen ist mit höheren Blitzteilströmen zu rechnen, die ein reiner Überspannungsableiter vom Typ 2 nicht sicher beherrscht.
Was ein Kombiableiter Typ 1+2 leistet
Der Kombiableiter vereint zwei Schutzfunktionen in einem einzigen Gerät:
- Blitzstromableiter (Typ 1): leitet hohe Blitzteilströme sicher gegen Erde ab.
- Überspannungsableiter (Typ 2): begrenzt verbleibende Schalt- und Überspannungen.
Gemeinsam begrenzen beide Funktionen die Spannung auf ein Maß, das für angeschlossene Geräte ungefährlich ist.
So erfolgt der fachgerechte Einbau
Der Kombiableiter wird möglichst nah am Gebäudeeintritt eingebaut – in der Regel in der Hauptverteilung beziehungsweise im Bereich des Zählerschranks. Im Vorzählerbereich dürfen ausschließlich dafür zugelassene Geräte eingesetzt werden.
Für einen niedrigen Schutzpegel sind dabei zwei Punkte entscheidend:
- Kurze Anschlussleitungen: Als Faustregel gilt eine Gesamtlänge von höchstens 0,5 Metern, idealerweise als Zwei-Leiter- bzw. V-Anschluss ausgeführt.
- Saubere Erdung: Die Anbindung erfolgt direkt und niederohmig an die Haupterdungsschiene.
Zusätzlicher Schutz bei Photovoltaik
Bei einer PV-Anlage wird zusätzlich ein DC-seitiger Ableiter vom Typ 1+2 am Wechselrichter beziehungsweise am Generator gesetzt. So ist auch die Gleichstromseite der Anlage zuverlässig gegen Überspannungen abgesichert.
Die normativen Grundlagen
Der Einbau richtet sich nach den einschlägigen Normen der Elektroinstallation:
- DIN VDE 0100-443 – regelt die Notwendigkeit des Überspannungsschutzes.
- DIN VDE 0100-534 – regelt Auswahl und Errichtung der Ableiter.
- DIN VDE 0185-305 – Blitzschutz, sofern ein äußerer Blitzschutz vorhanden ist.
- DIN VDE 0100-712 – zusätzliche Anforderungen für Photovoltaik-Anlagen.
Ihr Nutzen
Mit dem nachgerüsteten Kombiableiter sind Ihre Elektronik, Ihre Haushaltsgeräte und Ihre Photovoltaik-Anlage zuverlässig geschützt. So vermeiden Sie teure Folgeschäden durch Überspannung – und erfüllen zugleich die geltenden normativen Anforderungen.
Ohne diese Maßnahme bleibt nicht nur eine Normabweichung bestehen. Überspannungen können empfindliche Geräte und die gesamte PV-Technik beschädigen oder dauerhaft zerstören.