Hitzeschutz für Mitarbeiter

Wenn im Hochsommer die Sonne auf das Dach brennt, kommt es vor, dass wir Arbeiten unterbrechen oder verschieben müssen. Das ist keine Bequemlichkeit, sondern gelebter Arbeitsschutz – vorgeschrieben durch Gesetze und die zuständigen Berufsgenossenschaften. In diesem Beitrag erklären wir, warum starke Sonneneinstrahlung und Hitze auf dem Dach ein echtes Risiko sind, wer die Regeln dafür vorgibt und wie wir die Sicherheit unseres Teams – und die Qualität Ihrer Anlage – schützen.
Warum Hitze und UV-Strahlung auf dem Dach besonders gefährlich sind
Ein Dach ist im Sommer einer der heißesten Arbeitsplätze überhaupt. Dunkle Ziegel, Bitumen oder Metall heizen sich in der prallen Sonne auf weit über 60 °C auf und geben diese Wärme nach oben ab. Schatten gibt es kaum, und die Strahlung wird von hellen Flächen zusätzlich reflektiert.
Dazu kommt die Arbeit in der Höhe: Wer durch Hitze unkonzentriert, schwindelig oder kreislaufschwach wird, ist auf dem Dach unmittelbar absturzgefährdet. Aus einer Überhitzung kann so schnell ein lebensgefährlicher Unfall werden.
Welche Gefahren konkret drohen
- Hitzschlag und Sonnenstich durch Überhitzung des Körpers
- Flüssigkeitsmangel und Kreislaufprobleme, die zu Stürzen führen können
- Nachlassende Konzentration und damit ein deutlich höheres Unfallrisiko
- Langfristige Hautschäden bis hin zu Hautkrebs durch UV-Strahlung
Wer das vorschreibt – der gesetzliche Rahmen
Dass wir bei extremer Hitze handeln müssen, ist kein freiwilliges Entgegenkommen, sondern gesetzliche Pflicht. Den Rahmen bilden vor allem das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV).
Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet jeden Arbeitgeber, die Gefährdungen am Arbeitsplatz zu beurteilen (Gefährdungsbeurteilung) und wirksame Schutzmaßnahmen festzulegen. Während die Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.5 vor allem Innenräume betrifft, gilt für Arbeiten im Freien und auf dem Dach derselbe Grundsatz: Steigt die Belastung durch Hitze und UV-Strahlung, müssen wir reagieren – im Zweifel bis hin zur Unterbrechung der Arbeit.
BG BAU – zuständig für die Arbeiten am Dach
Für die handwerklichen Arbeiten auf dem Dach – Eindeckung, Montagesysteme und die Befestigung der Module – ist die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) zuständig. Sie ist gesetzliche Unfallversicherung und Regelgeber zugleich und macht klare Vorgaben zum Schutz vor Hitze und UV-Strahlung, etwa zu Beschattung, Pausenregelung und Sonnenschutz.
BG ETEM – zuständig für die Elektroarbeiten
Sobald es um den elektrischen Teil der Anlage geht – Verkabelung, Wechselrichter und Netzanschluss – greift die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM). Auch sie verpflichtet uns, unsere Elektrofachkräfte vor den Gefahren durch Hitze und Strahlung zu schützen. Weil eine PV-Installation beide Gewerke verbindet, gelten für uns die Vorgaben beider Berufsgenossenschaften.
UV-Strahlung – ein anerkanntes Berufsrisiko
Besonders unterschätzt wird die UV-Strahlung. Wer dauerhaft im Freien arbeitet, hat ein deutlich erhöhtes Risiko für hellen Hautkrebs. Dieser ist seit 2015 als Berufskrankheit anerkannt (BK 5103) – ein klares Signal dafür, wie ernst die Belastung durch natürliche UV-Strahlung genommen werden muss. Schutz ist deshalb nicht nur eine Frage des aktuellen Wohlbefindens, sondern der langfristigen Gesundheit unseres Teams.
So schützen wir unser Team – und Ihre Anlage
Damit es gar nicht erst zu gefährlichen Situationen kommt, arbeiten wir nach einem bewährten Prinzip: zuerst technische, dann organisatorische und schließlich persönliche Schutzmaßnahmen.
- Technisch: Beschattung von Arbeitsbereichen, wo immer es möglich ist
- Organisatorisch: früherer Arbeitsbeginn in den kühlen Morgenstunden, zusätzliche Pausen und das Verlegen besonders belastender Tätigkeiten in kühlere Zeiten
- Persönlich: UV-Schutzkleidung, Kopfbedeckung, Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und ausreichend Trinkwasser
Was das für Ihr Projekt bedeutet
Wenn wir bei extremer Hitze einen Montagetag verschieben, geschieht das aus gutem Grund. Ein ausgeruhtes, gesundes Team arbeitet sicherer und präziser – und genau das kommt der Qualität und Langlebigkeit Ihrer Solaranlage zugute. Solche Wetterlagen planen wir von vornherein ein und halten Sie transparent auf dem Laufenden, falls sich ein Termin verschiebt.
So verbinden wir, was zusammengehört: den Schutz der Menschen, die Ihre Anlage installieren, mit der Sorgfalt, die Ihre Investition verdient.